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3.12.2009 von admin.
Der 1924 erschienene Roman „Der Wunderapostel“ und seine Vorgeschichte „Der Sonnenbruder“ zählen zweifellos zum Hauptwerk Hans Sterneders. Erzählt wird die Geschichte des Walzbruders Beatus Klingohr – seine Abenteuer auf der Landstraße, seine verzweifelte Suche nach dem Wunderapostel und seine unfassbaren Erlebnisse an der Seite dieses geheimnisvollen Mannes. Ein Landstreicherroman und ein Einweihungsroman. Zwei Bücher, eine Geschichte. Hohe Literatur und tiefe Geistigkeit.
„Der Sonnenbruder“ erzählt die Geschichte des Beatus Klingohr. Ein schwerer Schicksalsschlag hat ihn hinausgetrieben auf die Landstraße, fort aus der Geborgenheit seines alten Lebens, hinaus auf die harte Straße und hinein in die bunte Welt der Landstreicher und Vagabunden. Doch das Schicksal meint es gut mit ihm. Beatus ist ein Liebling der großen Mutter Natur. Mit warmer Liebe offenbart sie ihm all ihre Schönheiten. Er genießt die unbeschwerte Leichtigkeit der Sommertage und die herzliche Freundschaft seiner Wanderbrüder. Aber er bekommt auch die erbarmungslose Härte des Winters zu spüren und die versteinerte Ablehnung kalter Herzen.
So erlebt Beatus beides: Himmel und Hölle, Freude und Niedergeschlagenheit. Doch bei all diesem Erleben kreisen seine Gedanken immer wieder um den Sinn des Lebens, die Geheimnisse der Natur und - um Gott. Als er sich schließlich aufmacht, einen Mann zu finden, den alle nur den „Wunderapostel“ nennen, beginnt eine dramatische Suche auf Leben und Tod …
Im „Wunderapostel“ dann begegnet Beatus endlich dem Heißersehnten und zieht an seiner Seite durch die Lande. Und Beatus erlebt Unglaubliches. Der Wunderapostel ist ein Meister aus dem Fernen Osten und enthüllt ihm Schöpfungsgeheimnisse, die nur wenigen Eingeweihten bekannt sind. Beatus vergisst seinen Schmerz und erlebt Befreiung und Erlösung von aller Schwere und allem Leid. Für ihn beginnt ein neues Leben.
Hans Sterneder ist mit seinem Einweihungsroman vom „Wunderapostel“ etwas Einmaliges gelungen: die Verschmelzung von hoher Literatur und tiefer Geistigkeit, die Einheit von Sprache und Erkennen. Er machte ihn zum großen Mystiker des 20. Jahrhunderts und zum Künder des bereits heraufziehenden Wassermann-Zeitalters. Nicht umsonst gilt Sterneder als Dichter des Menschheits-Urwissens.
Die Literaturverfilmung der beiden Romane von 1993 ist eine besondere Kostbarkeit und einer der eindrucksvollsten spirituellen Filme der deutschen Kinogeschichte Es gibt nur wenige spirituelle Spielfilme dieser Güte. Er wurde konzipiert als Gegenstück zu üblichen Unterhaltungsfilmen und soll dem Zuschauer die Möglichkeit bieten, sich mit geistigen Werten auseinanderzusetzen. 1993 hatte der Film Premiere und lief mehrere Jahre erfolgreich in den Kinos. Er beeindruckt nicht nur durch seinen spirituellen Gehalt, sondern ebenso durch die wundervollen Naturaufnahmen, die liebevolle Gestaltung des Bühnenbildes und die kraftvolle Musik. Der Film ist wie die Bücher - voller Schönheit, Weisheit und Tiefe.
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